Einer der großen Religionskritiker des 19. Jahrhunderts setzt schon hier an. Was sollen wir denn noch alles? Gutes tun, uns einsetzen für die Schwachen und Entrechteten, politisch Farbe bekennen und uns auf die Seite von Solidarität und Gerechtigkeit stellen, Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Gleichberechtigung, soziales Gewissen. „Und schwungvoll müsst ihr sein und erlöst aussehen, aber nicht zu sehr, sonst wirkt das wieder naiv und keiner nimmt euch ernst.“ Was denn noch alles? Die Krise bewältigen, den demografischen Wandel verpacken und das Leben mutig angehen, einladend wirken, damit wieder mehr Menschen den Weg in die Kirche finden… Es gäbe viel zu klagen, es gäbe vieles, wo voller Einsatz nötig ist. Und worauf kommt es an? Für mich stellt sich immer eindringlicher die Frage: Warum lassen wir uns eigentlich darauf ein? Warum lassen wir uns von Ansprüchen, die irgendwer an uns hat, verunsichern, unter Druck setzen, verrückt machen? Wem höre ich zu und wer darf Ansprüche an mich stellen? Zuerst und zunächst nur ein

                           
Tanja Kamp-Erhardt

„Erlöster müssten mir die Christen aussehen!“

Einziger! Und von seinem Anspruch schreibt Paulus:Freut euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich: Freuet euch! Dazu sind wir erst einmal da. Uns zu freuen. Weißt Du noch, wie das geht? Wie ist das, wenn Du Dich von Herzen freust? Da gibt es ganz laute Momente voller Jubel und Geschrei und auch die stillen, wenn das Glück im Hals gluckst, wenn die Welt weit und offen erscheint. Mensch, freu Dich! Lass die Momente nicht einfach so vorbeigehen, lass Dich von ihnen erfüllen! Auch Paulus muss schon doppelt zur Freude auffordern. Offensichtlich fällt es uns Menschen nicht ganz so leicht. Woran soll man sich denn freuen? Freuet euch der schönen Erde! Singen wir und das ist manchmal ganz einfach: Fenster auf, Herz auf - Luft und Duft rein - Leben! Paulus schlägt mehr vor: Freut euch in dem Herrn! Vielleicht geht das so ähnlich: Herz auf, Seele auf - Wehen von Gott spüren, Gottes Nähe, seine Liebe - Freude in ihm! Ja, es gäbe viel zu klage , viel zu tun; eins aber ist vor allem nötig: Dass wir hinhören und hinspüren, was Gott mit uns will - zuerst einmal uns froh machen. Und dann, aber erst dann können wir frohen Mutes losziehen, um uns für andere einzusetzen, um Freude zu teilen, um Freude auszustrahlen. Vielleicht wirken wir dabei dann auch das ein oder andere Mal naiv, aber das sieht nur so aus. Denn Freude in dem Herrn, Freude in Jesus Christus geht tiefer als alles andere. Manchmal liegt sie sogar unter Tränen. Und so müssen wir nichts, vor allem nicht auf irgendwen hören, aber wir können uns im Herzen freuen, können tanzen und springen und jubeln. Denn wir wissen, dass Gott uns dazu geschaffen hat und Jesus Christus uns dazu das Leben öffnet!
 

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