Liebe Gemeinde,
wenn dieser Gemeindebrief erscheint, dann sind schon ein paar Wochen des neuen Jahres ins Land gegangen. Vielleicht haben sich schon einige Ihrer guten Vorsätze verflüchtigt. Vermutlich ist Ihr Terminkalender jetzt gar nicht mehr so leer wie zu Beginn des Jahres. Und sicher gibt es auch schon einiges, worauf Sie sich freuen können: ein runder Geburtstag in der Familie, der Urlaub und all die aufregende Planung, die damit einhergeht, Schulbeginn oder Schul-ende von Kindern oder Enkeln uvm. Das alte Jahr ist bereits ad acta gelegt. Wir Menschen leben vor allem in und aus der Zukunft, ältere Menschen auch zunehmend von der Vergangenheit und nur selten sind wir wirklich nur in der Gegenwart. Tiere leben in der Gegenwart, auch ganz kleine Kinder können das noch: ganz im Hier und Jetzt sein. Aber wir, wir müssen heute schon an Morgen denken. Jeden Tag müssen wir planen und vorsorgen. Das fängt schon an mit dem, was ich am nächsten Tag kochen will oder ob alles, was ich tagsüber

An(ge)dacht

                    ihre Pastorin        
Dagmar Krauth-Zirkt

brauche, auch vorhanden ist. Das geht weiter mit Plänen für die kommenden Wochen und Monate bis zur Altervorsorge und letztendlich der Frage, wo und wie ich denn begraben werden will. Ein Freund von mir ist auf der Suche nach einem Friedhof. Er will nicht dort begraben werden, wo er zur Zeit lebt, sondern in seiner Heimat. Seine Frau sagt: „Denk doch auch mal an mich. Ich werde doch auch nicht jünger. Vielleicht kann ich irgendwann nicht mehr Auto fahren, dann komme ich nicht zu deinem Grab.“ Es war merkwürdig, über solche Dinge zu diskutieren, denn meine Freundin ist nur drei Jahre älter als ich - ihr Mann hingegen mehr als 20 Jahre älter als sie. Sie hat mehr Zukunft als er. Das wurde uns allen dabei bewusst. Ich habe mir in letzter Zeit jedoch vorgestellt, was wäre, wenn ich auch nur noch wenig Zukunft hätte, weil ich schwer krank, sehr alt wäre oder die Zukunft unserer Welt zuende geht? Wäre ich es allein, der gehen, der sterben müsste, fände ich das zwar traurig, aber nicht superdramatisch. Ich lese gerade ein Buch, in dem durch Klimaveränderungen und daraus folgenden Naturkatastrophen die Zukunft der Erde selbst auf dem Spiel steht. Was wäre dann? Diese Vorstellung ist für mich ganz schlimm, denn dann hätten meine Kinder und deren zukünftige Nachkommen auch keine Lebenschancen mehr. Warum stört mich das so? Wenn ich tot bin, kann es mir doch egal sein, was nach mir passiert. Ich bekomme es doch eh nicht mit. Wie heißt es so schön? Nach mir die Sintflut…. Aber halt! So eben nicht. Diese Alles Egal Haltung kann ich nicht leiden. Denn in der Bibel hat Gott allen Menschen etwas versprochen: Solange die Erde steht, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Darauf möchte ich vertrauen, auch wenn ich jeden Tag in der Zeitung lese, wie das Wetter auf der ganzen Welt verrückt spielt, Naturkatastrophen immer mehr zunehmen. Ich möchte eine Zukunft haben auf unserer Erde, auf Gottes guter Schöpfung. Und ich vertraue darauf, dass wir auch eine haben, auch wenn sich durch unsere Schuld das Klima verändert hat.
Aber ich weiß auch, dass auch ich etwas dafür tun muss, damit Gottes gute Schöpfung erhalten bleibt, damit die ganze Menschheit eine Zukunft hat. Wie? Das wissen die meisten von uns eigentlich ganz genau, aber es ist unbequem, etwas zu verändern in seinem Lebensalltag. Aber wenn ich für mein eigenes Leben, für meine eigene Zukunft und manchmal auch für die Zukunft meiner Kinder oder anderer Angehöriger sorgen und planen muss, warum mache ich das nicht auch für Mutter Erde? Liebe Gemeinde, wenn Sie im Frühjahr das Erwachen der Natur beobachten, dann denken Sie bei aller Freude darüber, daran, wie zerbrechlich die Schöpfung doch ist, trotz aller Gewalt, die uns die Natur manchmal zeigt. Lasst uns mit dafür sorgen, dass solange die Erde steht, nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Ein schönes Frühjahr und gute Pläne für die Zukunft wünscht Ihnen

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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