in letzter Zeit alles so in unserer Welt passiert. „Da traut man sich ja gar nicht mehr, herauszugehen.“ Diese Worte habe ich schon von Gemeindegliedern gehört. Terror überall. Und er rückt immer näher. Auch Unfälle mit vielen Toten scheinen sich zu vermehren, ebenso wie Umweltkatastrophen. Und viele fragen sich: Warum lässt Gott das zu? Diese Frage stelle ich mir jedoch nicht. Ich denke, unsere Probleme sind alle hausgemacht – menschengemacht: Kriege und Terror, das machen Menschen, die unzufrieden sind mit ihrem Leben, fanatisiert oder auf Machtansprüche aus sind. Je mehr Verkehr es in unserer Welt gibt, umso mehr Unfälle gibt es auch. Ursache: menschliches Versagen. Auch viele unserer Umweltprobleme haben wir selbst verursacht durch unsere Ausbeutung der Natur und ihrer Ressourcen – so sehr, dass wir damit die ganze Welt vernichten können. Warum lässt Gott das zu? Weil wir keine Marionetten sind, sondern Gott als uns Wesen erschaffen hat, die selber denken und entscheiden können. Sich entscheiden können für das Gute und die Vernunft – aber leider auch dagegen. Die Sündenfallgeschichte in

Angst

unserer Bibel beschreibt sehr anschaulich, dass wir keine paradiesisch unschuldigen Wesen sind, sondern dass es zu unserem Menschsein gehört, böse sein zu können. Und dass der Mensch sich damit letztlich immer selbst schadet. Das war schon immer so und wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Warum lassen wir das zu? Das Böse, die Unvernunft, den Egoismus, die Selbstbereicherung? Vielleicht, weil auch wir nicht viel anders sind als die Machthaber, die Terroristen und die Ausbeuter? Das klingt sicher provokant. Aber wie oft sehen wir einfach nur zu, wenn im Kleinen Unrecht geschieht? Wenn wir sehen, dass andere beleidigt oder gedemütigt werden, greifen wir dann ein oder machen wir vielleicht noch selber mit? Wie oft sprechen wir selber hasserfüllte Worte aus oder Vorurteile und wundern uns dann, dass Neonazis das dann in die Tat umsetzen. Wie oft schaden wir selber der Umwelt, ohne überhaupt nur darüber nachzudenken? Einfach, weil es bequemer ist, wegzusehen, nicht einzugreifen, nichts zu tun, sich keine Gedanken zu machen. Nein, wir bringen niemanden um im Namen einer verqueren Ideologie oder einer verzerrten Ansicht einer Religion, aber wir lassen es zu, dass Hass und Gleichgültigkeit gedeihen, auch bei uns. Warum lassen wir das zu? Müssten wir als Christen nicht anders handeln? Ja, müssten wir. Und Gott will uns ja auch Kraft dafür geben. Durch seinen Sohn am Kreuz hat er uns ja bereits vergeben: unseren Hass, unsere Gleichgültigkeit, unser Nichts-Tun, unseren Egoismus. Und wenn ich frei bin von dieser Schuld, kann ich auch befreit handeln, mich einsetzen für andere im Kleinen und auch im Großen, auf meine Umwelt achten, meinen Nächsten und auch den fernen Nächsten lieben und akzeptieren. Das ist nicht immer einfach und das wird unsere Welt nicht übermorgen verändern und verbessern. Aber: wenn nicht jetzt, wann dann? Schließlich möchten wir ja alle ohne Angst aus dem Haus gehen können. Schließlich wollen wir ja alle Frieden – überall auf der Welt – oder? Dann lasst uns auch etwas dafür tun und wenn es nur bei unserem „bösen“ Nachbarn anfängt. Eine friedvolle Zeit wünscht Ihnen

                    ihre Pastorin        
Dagmar Krauth-Zirkt

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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