Ausflug nach Wuppertal 2015

Die Barmer Theologische Erklärung – ein Ausflug nach Wuppertal (von Dagmar Krauth-Zirk)
Am 13.6.2015 ging unser Gemeindeausflug ins Bergische Land nach Wuppertal. Dort befindet bis 2017 in der Gemarker Kirche eine kleine, aber sehr gut gemachte Ausstellung über die Barmer Theologische Erklärung. Warum sollte man die gesehen haben? Wer sich für das Thema Kirche und Politik interessiert kommt an dieser Erklärung nicht vorbei. Warum und wann war diese nötig? Es war im Jahr 1934: Hitler war seit einem Jahr an der Macht. Alle anderen Parteien außer der NSDAP waren bereits aus dem Parlament vertrieben worden aufgrund einer Notverordnung nach dem Reichstagsbrand im Jahr zuvor. Die Kommunisten und Gewerkschaften waren verboten, Juden wurden aus allen öffentlichen Ämtern vertrieben, alle Vereine wurden abgeschafft – auch die kirchlichen Vereine. Die Nazis in der evangelischen Kirche gründet eine eigene Kirchengruppierung, die sich „Deutsche Christen“ nannten. Die „deutschen Christen“ lehnten konvertierte Juden in ihren Reihen ab, sie behaupteten sogar, dass Jesus kein Jude gewesen sei, sondern ein Arier. Das Alte Testament lehnten sie als „Gesetz der Knechtschaft“ ab. Jesus wude zum Helden, der gegen das Judentum gekämpft hat. Er kann auch nicht am Kreuz gestorben sein, glaubte diese Kirchenfraktion, denn ein Held scheitert nicht. Kein Wunder also, dass viele Christen und Pfarrer solche Überzeugungen nicht dulden konnten. Auch die Eingriffe in das christliche Vereinswesen, in die Finanzen und andere Einschränkungen des christlichen Lebens wollten sie nicht hinnehmen. Im Mai trafen sich alle staatskritischen Theologen und Pfarrer zu einer Synode in Wuppertal Barmen, in der damaligen Gemarker Kirche. Sie gründeten die „Bekennende Kirche“ und machten Front gegen die „Deutschen Christen“, die wiederum vom Staat finanziell, propagandistisch und juristisch unterstützt wurden. Sechs Thesen wurden dabei formuliert, die sich gegen den Alleinherrscheranspruch der NSDAP und der Deutschen Christen wandten. Wer diese nachlesen will, findet sie im Gesangbuch S.1377ff Auch über die Vorgeschichte und Nachwirkungen der Barmer Erklärung ist bei dieser Ausstellung viel nachzulesen. Nach einem Morgengottesdienst eines katholischen Pfarrers führte uns Pfarrer Martin Engels, der Projektleiter und gleichzeitig Moderator des reformierten Bundes in das Thema und die Ausstellung ein. Danach hatten wir noch ein wenig Zeit, selber durch die Ausstellung zu gehen, bevor es etwas außerhalbzum Mittagessen ging. Nach dem Essen war dann Schwebebahnfahren angesagt – einmal die ganz e Strecke lang. Auf dem Nachhauseweg gab es noch einmal ein spätes K affeetrinken, so dass alle gestärkt am Abend wieder nach Hause kamen.

Wer selber mal hinfahren möchte:
Adresse: Gemarker Kirche, Zwinglistr. 5, 42275 Wuppertal,
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11.00 - 17.00 Uhr und Samstag 10.00 - 14.00 Uhr. Es lohnt sich!

ausflugwuppertal2015

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

evangelische
kirchengemeinde
kölschhausen