Darauf kommt es wohl an; was sonst könnte zählen? Häufig laufen und reden wir aneinander vorbei, aber wo wir einander begegnen, da bekommen wir etwas vom andern mit, da geben wir auch etwas von uns selbst zu erkennen: Wer wir sind, wie es uns in dem Moment geht, was der andere in uns anspricht. Es kommt – ausgesprochen oder nicht – zum Austausch. Wirkliche Begegnung rührt in der Tiefe an, da muss man weinen oder lachen oder einfach nur staunen: „So bist du - So bin ich!“ „Ohne dich hätte ich das nicht verstanden.“ „Ich fühle mit dir, weil deine Geschichte mich berührt, weil du mich berührst.“ In dem Zeitraum, für den dieser Gemeindebrief gilt, gibt es viele Gelegenheiten
zur Begegnung: Im September bei fröhlichen Festen in den Dörfern, etwa, dem Backhausfest in Niederlemp, der Kirmes mit ökumenischem Gottesdienst im Zelt in Kölschhausen oder auch beim Gemeindeabend zu Melanchthon. Im Oktober begegnen wir den Grundlagen unseres Lebens: Was brauchst du eigentlich

                           
Tanja Kamp-Erhardt

Begegnung

wirklich und woher bekommst du das? Diese Frage stellt uns das Erntedankfest. In diesem Jahr mit der besonderen Einladung, der Begegnung mit denen nicht auszuweichen, die unsere Unterstützung nötig haben. Am Reformationstag begegnen wir den Grundfesten unseres Glaubens: Kannst du in einem Satz sagen, woran dein Herz hängt? Was im Glauben ist dir so wichtig, dass du es dafür mit der ganzen Welt aufnehmen würdest? Im November begegnen wir in der Bibelwoche David und seiner Geschichte: Der Hirtenjunge, der König von Israel wurde. Seine Geschichte rührt an die Grundfragen auch unserer Existenz und führt letztendlich zur Begegnung mit uns selbst: Mit Schuld und Sünde, denen wir im Buß- und Bettagsgottesdienst auf den Grund gehen werden. Was bleibt, wenn ich ehrlich mit mir bin? Der November ist für viele ein besonders schwerer Monat, das liegt auch am Toten- oder Ewigkeitssonntag. Es liegt an der Begegnung mit dem Tod, der eigenen Trauer, vielleicht auch der Angst. Diese Begegnung ist vielleicht die härteste, die es für uns gibt. Oft verändert sich im Leben von Menschen viel, wenn sie an dieser Stelle einmal standen: Da wird klar, wie kostbar das Leben ist, wie lieb und wertvoll einem die Begegnungen mit Menschen, Tieren oder Pflanzen sind, was es heißt, lebendig zu sein. Wie auch immer die Begegnungen sein mögen, die wir alle in diesen drei Monaten erleben, klar ist: Sie werden uns verändern, weil sie uns berühren und: Wir werden in all den großen und kleinen Begegnungen unseres Lebens begleitet von dem, der sagt: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende! (Mt 28, 20) So können wir Ihm, einander und uns selbst getrost begegnen.
 

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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