Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da
wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.

Liebe Gemeinde,
während ich diese Zeilen schreibe ist es erst September und doch muss ich nun jetzt für den Winterbrief an Weihnachten denken. Spontan sind mir da die obigen Zeilen aus Jesaja 9 eingefallen. Sie werden oft in Gottesdiensten oder Andachten der Adventszeit zitiert. Licht und Finsternis, Helligkeit und Dunkelheit - das erleben wir in diesen Tagen, wenn die Nächte immer dunkler werden und wir Kerzen anzünden, um sie zu erhellen, obwohl unser elektrisches Licht viel besser dazu geeignet ist. Wir lesen diese Zeilen des Propheten Jesaja auf die Geburt Jesu hin, auf Weihnachten. Das große Licht ist uns in der Person Jesu erschienen, der die Finsternis der sündigen Menschheit erhellt hat. Ist es nicht so? Ja und noch viel mehr enthält dieser Text bei

                           
Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht
Ihre Pastorin,
Dagmar Krauth-Zirk

Jesaja. Dieser Text entwirft die Vision einer gewaltfreien Welt, einer Welt ohne Kriege, wenn wir die Zeilen danach lesen: Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibens zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Dieser Text ist ein politischer Text. Das helle Licht Gottes wird allem Töten und aller Gewalt und aller Ungerechtigkeit ein Ende bereiten. Hofft nur darauf, vertraut auf Gottes große Kraft! Will Jesaja uns zurufen. Leider haben wir bisher den großen Frieden Gottes nur in Ansätzen erlebt. Ich bin überzeugt:  unsere Welt heute ist nicht mehr so grausam wie vor 2000 oder 3000 Jahren, wir wissen heute genau, was gut und was böse ist. Wir glauben nicht mehr an gerechte oder gottgewollte Kriege, wir glauben nicht mehr, dass man Gerechtigkeit durch Folter oder Todesstrafe erreichen kann. Wir? Wer ist wir? Würden alle Menschen so denken und handeln, dann gäbe es keinen Mord, keinen Terror, keinen Krieg mehr, dann lebten wir bereits in Gottes gerechter Welt, in seinem Reich. Nein, so weit sind wir noch nicht. Gottes helles Licht hat noch nicht die ganze Welt erreicht und über manchen Völkern und vielen Menschen liegt immer noch die Finsternis der Sünde, des Nicht-Verstehens, der Rechthaberei oder der Angst und verdunkelt ihre Ansichten und ihre Taten. Aber auch ihnen dürfen wir zurufen, dass die Zeit des Lichts nah ist, auch ihnen. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder- Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er es stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth. Uns ist dieses Kind geboren und auch denen, die noch in der Dunkelheit leben. Dieses Kind in der Krippe, das wir zu Weihnachten feiern, ist für alle geboren worden, und für alle gestorben und auferstanden. Daran lasst uns denken, wenn wir in diesen Wochen Advent und Weihnachten feiern!

Das helle Licht Gottes

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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