Liebe Gemeinde,
jetzt, während ich diese Zeilen an Sie schreibe, ist es Ende Januar, kalt, nass und trübe. Von allen Seiten höre ich: Der Winter war lang genug, wir wollen endlich Frühling haben! Auch mir geht es so. Ich sehne mich nach dem ersten zarten Grün, den Farben der Blumen und Blüten, dem Gezwitscher der Vögel und den ersten wirklich wärmenden Sonnenstrahlen aus einem blauen Himmel. Kein Wunder also, dass unsere Vorfahren anfingen, Ostern im Frühling zu feiern. Das Wort Ostern ist ja abgeleitet von „Ostara“, der germanischen Frühlingsgöttin. Nur dass bei uns Christen nicht jedes Jahr eine Frühlingsgöttin wiederaufersteht, sondern wir an diesem Tag feiern, dass Jesus Christus vor mehr als 2000 Jahren von Gott wieder lebendig gemacht worden ist. Jesus starb am jüdischen Pessachfest, das ebenfalls im Frühjahr gefeiert wird. Allerdings ist der Frühling in Palästina nicht mit unserem vergleichbar. Da wachsen keine Osterglocken und es ist auch nicht die Zeit, wo Schnee und Eis

                           
Ihre Pastorin,
Dagmar Krauth-Zirk

Der Herr ist auferstanden

durch Grün und Blüten abgelöst werden. Allenfalls regnet es ein wenig mehr und es ist kühler als im Sommer. Bei uns hat der Frühling eine christliche Symbolik angenommen. Das Leben besiegt den Tod. Die Eier, die die Hühner in dieser Jahreszeit wieder anfangen zu legen, werden zu Symbolen für die Ewigkeit und die Auferstehung, denn auch hier entsteht aus etwas scheinbar Totem (dem Ei) etwas Lebendiges (das Küken). Der Hase galt als Symbol für die Trinität (Kopf plus zwei lange Ohren) und findet sich daher sogar als Abbild in Kirchenfenstern. Die Osterfeuer sollen Dunkelheit, Kälte und alles Böse vertreiben und in manchen Gegenden wird sogar eine Strohpuppe mit verbrannt, die man den „Judas“ nannte. Er war das Symbol für alles Schlechte in uns und um uns, das ebenso weggebrannt werden sollte. Aber Symbole können auch die eigentliche Botschaft überlagern. Wir freuen uns im Frühling an der Auferstehung der Natur und der Überwindung der Kraft des Winters, doch gerade zu Ostern sollten wir der christlichen Botschaft lauschen, die zu allen Jahreszeiten gültig ist und in unserem Herzen gefeiert werden sollte: Jesus Christus ist auferstanden von den Toten. Er hat unsere Schuld mit in seinen Tod genommen und vergibt uns alles, womit wir uns selbst und anderen schaden. Er vergibt uns sogar unseren Unglauben, wenn wir uns an ihn wenden und ihn anrufen. Selbst wenn unser Glaube noch so klein ist, kann er ihn wachsen lassen. Darum ist es für mich so wichtig, gerade an Ostern in der Kirche zu sein, in den Gottesdienst zu gehen. Wenn die Kirche erhellt wird vom Licht der Kerzen und die Orgel wieder ertönt, wie das beim Osternachtsgottesdienst geschieht, dann weiß ich: Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. Eine nachdenkliche Passionszeit und ein frohes Osterfest wünscht Ihnen
 

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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