Freiluftgottesdienste (Altenberg, Seeberg…) und Themen, die nicht so recht zu festen, kühlen Gemäuern, zu rationalen, kühlen Köpfen passen, beschäftigen uns: Himmelfahrt und Pfingsten Keine Frage, die Predigten zu diesen Festen gehören zu den schwierigsten: Sie beleidigen entweder die Vernunft, oder zerlegen das Geschehen so weit, dass nichts vom Inhalt übrig bleibt. Was macht es so schwer? Diese Feste wollen etwas von dem erzählen, was über unsere alltägliche Erfahrung hinausgeht: Der Himmel öffnet sich, einer steigt auf, ein anderer, der Geist, kommt herab. „Geht doch gar nicht!“ sagt die Vernunft. „Betrunken, wer so was behauptet!“ ein alter Vorwurf (vgl Apg 2, 13). Was passiert aber, wenn wir ernstnehmen, was die Bibel erzählt? Lassen wir uns auf das Bild ein: Der Himmel steht offen. Es gibt nicht nur eine Wirklichkeit, die über die unsere hinausgeht, sie dringt in unsere ein. Das Loch, das zu Ostern in unsere Welt gerissen wurde, wird jetzt zur Tür: Kraft, die nicht von dieser Welt ist, dringt in unsere Welt ein. Liebe, die sich nicht

                           
Tanja Kamp-Erhardt

Die luftige Zeit des Kirchenjahres beginnt

erklären lässt, erfüllt unsere Herzen. Mitgefühl, Trost und Freude, die ihren Ursprung nicht in uns selbst haben, sind mit einem Mal da. „Wie kannst Du selig sein, wenn Du traurig bist oder krank?“ war neulich eine Frage im Katechumenenunterricht. „Man kann ja eigentlich immer an Gott denken, egal wie es einem geht.“ Die Antwort eines Jugendlichen. Wow Da berühren sich Himmel und Erde, da spüren wir, dass unsere Welt nicht alles ist. Also können wir doch etwas von dem erfahren, wovon Himmelfahrt und Pfingsten erzählen? Ja, aber es wird wahrscheinlich weniger spektakulär ausfallen als die biblischen Erzählungen. Vielleicht überkommt es uns beim Autofahren, beim Kartoffelschälen oder beim Blinzeln in die Sonne, eine Ahnung von: Eigentlich ist alles gut. Uneigentlich sehe ich meine Begrenzungen, mein Scheitern, mein Verlieren. Uneigentlich sehe ich die Not anderer, von Menschen, von Naturgewalten gemacht. Uneigentlich sehe ich, wie verletzt und fertig unsere Welt ist. Aber eigentlich… Ich glaube, das macht diese Feste so luftig. Die Momente, die mit ihnen gefeiert werden, sind höchst flüchtig. Die Erfahrung, dass alles gut sei, widerspricht so sehr der Welt, wie wir sie oft sehen, dass man sagen muss: ‚Geht doch gar nicht! Betrunken, wer so etwas behauptet!’ Und das ist, glaube ich, das Geheimnis: Es steht nicht in unserer Macht, es  liegt nicht in unserem Bereich, dass Gottes Kraft eindringt, dass seine Wirklichkeit die unsere verändert. Aber er tut es. Ich wünsche uns, dass wir den Eindringling bemerken und uns von ihm - in unserem Alltag - bewegen lassen!

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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