Flüchtlinge in Deutschland – was können wir tun?

„Was jetzt zu tun ist, braucht viel Kraft, Liebe und Besonnenheit. Die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge wird uns lange beschäftigten. Sie wird unsere Ressourcen und unsere Ausdauer in Anspruch nehmen, aber sie kann nicht nur zum Segen für die Flüchtlinge, sondern auch zum Segen für uns und unser Land werden.“ „Die Tatsache, dass so viele Flüchtlinge zu uns kommen, ist ein Zeichen, dass wir eine starke und attraktive Gesellschaft sind. Ein schlechter Ratgeber ist Angst. Man muss keine Angst davor haben, dass eine Gesellschaft sich weiter entwickelt. Vom christlichen Glauben aus ist uns so viel gegeben, was uns zuversichtlich sein lässt. Allein die Worte „vertraut auf Gottes Geist“ regen an, kraftvoll, liebevoll und besonnen zu handeln. Besonnen zu sein heißt, dass man die Dinge, die man macht, klug miteinander tut.“ (Kirchenpräsident Volker Jung)

Nicht nur für Staat und Institutionen ist die Unterstützung und Integration von Flüchtlingen eine Herausforderung, viele  enschen wollen den Ankommenden ehrenamtlich helfen. Doch was ist überhaupt möglich und was muss dabei beachtet werden? Die folgenden Tipps bieten Anregungen, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Vorher informieren, was benötigt wird
Meistens finden Sie schnell im Internet Ansprechpartner und Initiativen. Geben Sie zum Beispiel Flüchtling, ihren Wohnort oder Stadtteil und Schlagworte wie Willkommenskultur, Spenden oder Hilfe ein. Viele private Initiativen organisieren sich auch über die sozialen Medien. Für fast jede Stadt oder Region gibt es auf Facebook eine Gruppe, die sich das Ziel gesetzt hat, Flüchtlingen zu helfen. Gerade kurzfristige Hilfen organisieren sich über Facebook und Twitter.

Mit Geldspenden helfen
Mit Geld helfen, geht am einfachsten per Spende:
Flüchtlingen in den Krisenregionen helfen Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe.
Spendenkonto Diakonie Katastrophenhilfe
Stichwort: Flüchtlingshilfe weltweit
IBAN: DE68520604100000502502
BIC: GENODEF1EK1

Arbeitskreis Flüchtlingshilfe
Der 2013 gegründete Arbeitskreis Flüchtlingshilfe arbeitet ehrenamtlich und wird getragen von den Evangelischen Kirchenkreisen Braunfels und Wetzlar sowie der Flüchtlingshilfe Mittelhessen e.V. Gaststatus hat der Katholische Bezirk Wetzlar-Süd. Mit der Stadt Wetzlar und dem Lahn-Dill-Kreis wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Derzeit engagieren sich mehr als 150 Mitarbeitende, unter ihnen auch betroffene Flüchtlinge und Asylbewerber, mit hohem Zeitaufwand, viel Einfühlungsvermögen und nötigem Fachwissen. Ansprechpartner für alle Fragen, die die Flüchtlingshilfe betreffen, ist Diakon Harald Würges unter Tel. 01578/3287900 oder fluechtlingshilfe-mittelhessen@web.de. Zudem gibt es eine neu eingerichtete Homepage, auf der aktuelle Informationen und Terminankündigungen eingestellt werden: www.ak-fluechtlingshilfe.de.

Der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe benötigt für seine vielfältigen Aufgaben finanzielle Unterstützung:

Evangelische Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar
AK Flüchtlinge
IBAN: DE71 5139 0000 0071 9800 00
BIC: VBMHDE-5F
Bank: Volksbank Mittelhessen

 

Mit meiner Zeit helfen
Gerade traumatisierte Flüchtlinge brauchen einen festen Tagesrhythmus. In den ersten Monaten in Deutschland dürfen sie aber nicht arbeiten, daher bietet es sich an, sie zu begleiten und sie zu schönen und sinnvollen Aktivitäten anzuregen. Je nachdem, was Sie sich zutrauen und wie viel Sie investieren möchten, können Sie Flüchtlinge in verschiedenen Bereichen unterstützen.

Beim Deutschlernen helfen:
Sie müssen kein Lehrer sein, um Flüchtlingen beim Deutschlernen zu helfen. Initiativen, wie Teachers on the road stellen den Kontakt her. Oft können Sie auch mit Wörterbüchern weiter helfen. Für die erste Kommunikation reichen oft Englisch oder Französisch-Kenntnisse. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, wie gut Sie die Sprache sprechen.

Flüchtlingen Freizeit und Abwechslung anbieten
Zur Begleitung gehören auch Freizeitangebote. Als Mitglied in einem Sportverein können Sie zum Beispiel erfragen, ob das Angebot für Flüchtlinge kostenlos oder kostengünstig angeboten werden kann. Das gleiche gilt für Theatergruppen oder Musikschulen. Aber nicht nur Vereine und organisierte Gruppen können Freizeit mitgestalten. Laden Sie beispielsweise Flüchtlinge dazu ein, die neue Stadt mit Ihnen zusammen kennenzulernen.

Im Hintergrund Unterstützung anbieten
Hemmungen bestehen oft auf beiden Seiten. Sie können aber auch im Hintergrund Flüchtlinge unterstützen. Etwa in Begegnungscafés, beim Spenden sammeln oder Hilfen organisieren. Fragen Sie nach, wie sie die Flüchtlingsarbeit unterstützen können.

Mit Sachspenden helfen
Sachspenden werden dringend benötigt, stellen die Einrichtungen aber auch vor logistische Herausforderungen. Daher gilt: Erst direkt bei den jeweiligen Ansprechpartnern nachfragen, was aktuell gebraucht wird. Das kann von Kleidung, neuer Unterwäsche über Toilettenartikel, Handy-Guthaben, Materialien zum Basteln oder Schreiben oder Decken, Möbel oder Kinderwagen gehen. Alle Spenden müssen sauber sein, vollständig und noch zu gebrauchen sein.

Mit Wohnraum helfen
Ob und ab wann Flüchtlinge eine Wohnung beziehen dürfen, hängt nicht nur von ihrem rechtlichen Status ab. Darüber hinaus gibt es in den verschiedenen Bundesländern und den Kommunen unterschiedliche Bestimmungen. Wenn es um Wohnraum für Flüchtlinge geht, ist in den meisten Fällen das Sozialamt zuständig. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob sich um ein Zimmer, eine Wohnung oder ein Haus handelt. Wenn Sie Flüchtlinge privat aufnehmen wollen, rufen Sie bei der Stadt- oder Kreisverwaltung an und fragen, wer Ihr Ansprechpartner ist. Bevor ein Mietvertrag abgeschlossen werden kann, prüft das Amt, ob der Wohnraum geeignet ist. Wichtig ist, dass ein eigener Mietvertrag abgeschlossen wird. Wenn Flüchtlinge noch im Asylverfahren sind oder noch keine Arbeit gefunden haben, übernimmt das Sozialamt oder das Job Center die Miete.

Partei ergreifen
Nicht jeder Mensch mit Vorurteilen ist gleich Rassist. Begegnen Sie Vorurteilen in Ihrem Umfeld mit Fakten. Damit Flüchtlinge nicht zum Ziel von Übergriffen und Anschlägen werden, brauchen sie Fürsprecher. Gut informiert, können Sie sich sachlich in die Debatte einbringen und negativer Stimmung
entgegenstellen.

Grenzen des freiwilligen Engagements
Achten Sie auf sich. Bei der Hilfe für Flüchtlinge können Sie an Grenzen gelangen. Das können rechtliche Grenzen sein, etwa wenn es um Fragen im Asylverfahren geht oder Ihre persönlichen Grenzen. Zum einen besteht die Gefahr die eigene Kraft zu überschätzen, aber auch wenn für Flüchtlinge die Abschiebung droht, kann Sie das belasten. Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände und Freiwilligenagenturen begleiten deswegen in vielen Orten das freiwillige Engagement.
 


 

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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