Gehst du in die Wand?

Liebe Gemeinde,

ein Gemeindeglied, dessen Frau kürzlich verstorben war, erzählte mir folgende Begebenheit:

In der Apotheke begegnete er einem Bekannten. Dieser fragte ihn:

„Na, wie geht’s denn deiner Frau?“

„Oh, die ist vor kurzem gestorben.“

„Ach, das tut mir aber leid.“

„Danke. Aber Gott sei Dank wissen wir ja, wo wir hingehen.“

 

                    ihre Pastorin        
Dagmar Krauth-Zirkt

„Also ich gehe in die Wand.“

„Nein, nein, das meinte ich nicht. Als Christen wissen wir doch, wo wir hinge¬hen. Nämlich zu Gott. Da ist meine Frau jetzt auch.“

„Daran glaub ich nicht. Ich geh in die Wand. Hab mir den Platz schon ausge¬sucht.“

Ich habe mir vorgestellt, ich wäre in der Wand. In der Urnenwand. In aller Ewigkeit eingesperrt in einer Urne im Dunkeln. Da hat´s mich echt gegruselt.

„Also ich komme nicht in die Wand“, habe ich da gesagt.

„Ich auch nicht“, sagt mein Gegen¬über.

„Ich glaube daran, dass ich nach mei¬nem Tod bei Gott sein werde. Vielleicht bin ich dann wieder mit meiner Frau vereint. Aber auf jeden Fall bin ich nicht allein oder einfach weg vom Fenster.“

„Daran glaube ich auch. Wie auch im¬mer das sein wird. Aber Gott lässt uns nicht im Stich, wenn wir an ihn glauben und ihm vertrauen.“

Wie sieht es bei Ihnen aus? Gehen Sie, gehst du in die Wand? Mit anderen Worten: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Wenn dieser Gemeindebrief erscheint, dann ist in Kürze der Toten¬sonntag oder Ewigkeitssonntag.

Dann lesen wir die ganzen Namen der Verstorbenen des letzten Kirchenjahres vor und die Angehörigen dürfen eine Kerze für sie anzünden. Ich persönlich ziehe die Bezeichnung Ewigkeitssonntag vor, denn es geht nicht nur darum, an die Toten zu denken, sondern daran, dass unser Leben einst weitergehen wird. Gott hat allen, die an ihn glauben, zugesagt, dass sie nach ihrem Tod bei ihm sein werden. Nicht in der Wand.

Ohne diese Hoffnung sähe mein Leben ziemlich arm aus. Ohne diese Hoffnung bräuchte ich auch nicht Weihnachten feiern oder Ostern. Schließlich ist Jesus für die ganze Welt geboren und auch gestorben, damit wir Leben haben.

Wirkliches Leben in Liebe und Verge¬bung hier in unserer Welt. Und ewiges Leben nach unserem Tod. Ich gehe nicht in die Wand. Ich gehe ins Leben, jetzt und für immer. Wenn wir uns das merken, dann können wir auch in Liebe und Gelassenheit Weihnachten feiern, das neue Jahr beginnen, das Leben feiern und mit Gott leben. Dass Sie alle daran glauben, nicht nur in die Wand zu kommen, das wünsche ich Ihnen.

 

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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