Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Haupt ist erhöht in dem Herrn. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils. Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner, und ist kein Fels wie unser Gott ist. Der Herr tötet und macht lebendig; führt hinab zu den Toten und wieder herauf. Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche. 1.Sam.2,1-2 und 6-8 Liebe Gemeinde! Voller Freude ist Hannas Herz über die Geburt ihres Sohnes Samuel. So lang hatte sie keine Kinder bekommen können, so lang vergeblich darauf gewartet und gehofft, schwanger zu werden. Kinderlos zu bleiben, galt für Frauen damals als Makel, es war demütigend und andere Frauen sahen auf sie herab. Aber jetzt hat sich ihr Blatt gewendet. Sie lobt Gott dafür: Er ist der Fels, auf den sie sich verlassen kann. Viele Jahre hat sie sich erniedrigt, arm, traurig, wie tot gefühlt, aber jetzt ist ihr Leben reich, sie fühlt sich stark, 

                           

Ihre Pastorin,
Ellen Wehrenbrecht

voller Freude am eigenen Leben und über die Geburt ihres Kindes. Hanna hat Gott erlebt als einen Gott, der in die Tiefe führt, der ihr viel zumutet, aber sie nicht verlässt, sondern sie aus der Tiefe wieder heraus holt und ihr wieder Freude am Leben schenkt. So ist Gott. Er ist derselbe im Alten und Neuen Testament. Er hat seinen Sohn Jesus in den Tod geführt, er hat ihm einen schweren Leidensweg zugemutet, aber er hat ihn im Leiden und im Tod nicht verlassen, sondern ihm seine Liebe und Treue gezeigt, weil er ihn aus dem Tod auferweckt hat zum ewigen Leben, zur großen Freude für alle, die an ihn glauben. So wie Hanna können auch wir Tod und Auferstehung mitten im Leben erfahren, wenn man nach einer schweren Krankheit das Leben wieder geschenkt bekommt, wenn man herauskommt aus der Tiefe und den Ängsten. So erzählt eine Frau von ihren Erfahrungen in der Reha: „Wir waren alle Krebspatienten, aber wir haben nur selten von unserer Krankheit gesprochen. Wir wussten, was der andere durchgemacht hat. Wir haben viel Spaß miteinander gehabt, uns über viele kleine Dinge gefreut. Unsere Freude am Leben, unsere Sehnsucht nach Leben spiegelte sich z.B. darin wider, zu einem roten Nagellack noch den passenden Lippenstift zu finden oder ein schönes Armband zu tragen oder einen Pullover selbst stricken zu können.“ Gott mutet auch uns schwere Wege zu, manchmal sehr schwere, er lässt uns scheitern, führt uns ans Ende. Er lässt Menschen sterben, die wir sehr geliebt haben, er mutet uns große Traurigkeit und das Gefühl der Leere zu, aber er will uns dort auch wieder herausholen, aus der Tiefe zurückholen ins Leben. Wir dürfen und sollen ins Leben zurückkehren, wieder Freude daran haben, wieder stark sein. So ist Gott. Es gibt keinen anderen, der so sehr zu uns hält, so hinter uns steht, keinen Felsen, auf den wir uns so verlassen können. In einem Osterlied heißt es: „Geht und verkündigt, dass Jesus lebt, darüber freu sich alles, was lebt. Was Gott geboten, ist nun vollbracht: Christ hat das Leben wiedergebracht.“ In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine frohe, gesegnete Osterzeit!
 

Hannas Herz

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

evangelische
kirchengemeinde
kölschhausen