In Christus hat Gott den Menschen angenommen und der  Mensch sich Gott hingegeben. (Irenäus von Lyon gest. um 202 n. Chr.) Das Schwere leicht gesagt. Es ist eines der ganz groen Geheimnisse unseres Glaubens, was in Jesus Christus geschieht. Warum Geheimnis? Weil es wohl ein ganzes Leben braucht, beides zu verstehen, in beidem sich selbst wiederzufinden. Gott hat den Menschen angenommen. Und wenn ich traurig bin, Unrecht tu, wenn ich mich einsam fühle oder ungerecht? Wenn ich nie gespürt habe, wie es sich anfühlt, dass jemand nach mir guckt? Dann und genau dann darfst Du Dir selbst immer wieder vorsagen: Gott hat mich angenommen. Gott guckt nach mir, mehr noch, er verbindet sich mit mir. In Jesus Christus hat Gott den Menschen angenommen. Allein das begreifen wir wohl immer nur fr winzige Momente, wenn das Herz ganz voll ist, der Boden trägt und wir einfach nur sind. Das andere hängt damit zusammen und ist genau so flüchtig in unserem Leben: Der Mensch hat sich Gott hingegeben. Kennst Du Momente, in denen Du so gegenwrtig bist, dass.Dein Alles vor Gott offenliegt? Es gibt diese Momente, auch wenn sie selten sind. Zuzulassen und zu

                           
Tanja Kamp-Erhardt

In Christus hat Gott den Menschen angenommen (...)

 begreifen, dass wir in Gottes Augen liebenswerte, angesehene, angenommene Menschen sind, ist das eine; sich ganz diesem Blick zu berlassen, nichts anderes mehr zu wollen und zu sollen, als allein ihm zu leben, das ist das andere. Ich glaube, dass es eigentlich eine unserer tiefsten Sehnschte ist, genau das zu tun: Uns Gott hingeben, nichts weiter tun müssen, nur genießen. Und sehr wahrscheinlich rackern wir uns genau deshalb auf die eine oder andere Weise ab und versuchen, Aufmerksamkeit auf uns zu lenken oder Macht oder Ansehen, weil wir nicht glauben können, dass es reicht zu sein. Weil wir nicht spren können, wie Gott uns schon längst angesehen, angenommen hat. So sind wir alles andere als gebt darin, uns hinzugeben, uns der Gegenwart und Liebe Gottes zu überlassen. Offenbar braucht es Übung, Gottes Liebe für sich selbst gelten zu lassen, sich ihr zu überlassen. Ich möchte die Adventszeit gern dazu nutzen, mich einzuüben, mich annehmen zu lassen, mich hinzugeben – an jedem Tag werde ich mir 10 Minuten nehmen und den Satz des Irenus wirken lassen. Macht Ihr / Machen Sie mit? Es reicht ein fester Zeitpunkt und ein Ort, an dem Ruhe möglich ist. Dann ist Gelegenheit, nachzuspüren: Wo fühle ich mich angenommen? Wer oder was gehrt für mich dazu? Was hält mich zurck, was hindert mich, mich ganz Seiner Liebe zu berlassen? Und was hilft mir, der Liebe zu trauen, sie für mich gelten zu lassen? Ich glaube, dass wir in dieser Übung transparenter, durchlssiger werden für das, was uns im Innersten bewegt: Die Sehnsucht nach Gott. So wird Advent. ER kann kommen. Ich wünsche uns eine gesegnete Adventszeit, Begegnung miteinander und mit Gott und mit unserer Sehnsucht nach ihm!

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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