Kölschhausen

Vorgeschichte

Aufgrund von Funden (z. B. in Aßlar, Edingen und Niederlemp) aus der Bandkeramikerzeit (jüngere Steinzeit) kann von einer ersten spärlichen Besiedlung ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. ausgegangen werden.Die erste dichtere Besiedlung unserer Gegend erfolgte durch die Kelten, etwa ab dem 7.Jahrhundert v.Chr. Sie führten hier die Eisengewinnung und -verarbeitung ein, die für unser Dillgebiet ihre Bedeutung bis in unser Jahrhundert behalten hat.
 
Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. drangen die Germanen von Norden und Nordosten in unser Gebiet vor. Nach jahrzehntelangen Kämpfen zogen sich die Kelten auf die westliche Rheinseite zurück. Der germanische Stamm der Chatten nahm nun endgültig die Nordhänge des Taunus, die Wetterau, das Marburger Becken und das Lahn-Dill-Gebiet ein. So wird es von Caesar um ca. 50 v. Chr. erwähnt.Die Römer waren nun die neue Bedrohung. Sie kamen von Süden bis zur Wetterau und Taunus. Durch Ausgrabungen und Funde in Heuchelheim, Waldgirmes und Leun, also in unserer nächsten Umgebung, konnte ihre Anwesenheit nachgewiesen werden.Im Westen jedoch gelangten sie über das Rheinland bis nach Norddeutschland vor. Die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. brachte die Wende. Die Römer zogen sich unter dem Druck der Germanen/Alemannen zurück und errichteten als Schutzwall zwischen 83 und 85 n. Chr. den Limes auf dem Kamm des Taunus. Aber auch dieser wurde 260 n. Chr. durch die Alemannen zerstört. Die Römer mußten sich nun auf die westliche Rheinseite zurückziehen, die sie letztlich bis Ende des 4. Jahrhunderts verließen.

Der Abschluß der Völkerwanderung begann für unsere Gegend mit dem Sieg des Frankenkönig Clodwig um 496 n. Chr. bei Zülpich über die Alemannen. Clodwig nahm noch im gleichen Jahr den christlichen Glauben an. Sein Volk blieb offensichtlich noch im alten Glauben. Nach dem Sieg wurde etwa das Gebiet des heutigen Hessen unterworfen. Eine fränkischen Oberschicht besiedelte das neue Gebiet, in denen der größte Teil der Chatten aufging. Die Völker wurden seßhaft und es entstanden erste feste Siedlungen. In dieser Zeit dürfte auch der Anfang unserer heutigen Dörfer liegen. Ein sichtbares Zeichen aus der beginnenden  Frankenzeit ist das schöne Fachwerk unserer Dörfer, dessen Konstruktion man heute noch "Fränkisches Fachwerk" nennt. Die fränkische Zeit brachte uns ein Verwaltungssystem, das unter anderem das Reich in Gaue und Marken gliederte. Das Gebiet um Wetzlar gehörte zum Oberlahngau und unsere Kölschhäuser  "Gemarkung" zu der Werdorfer Mark, die Werdorf, Berghausen, Breitenbach und (die) Lemp umfaßt.

Christianisierung
Unsere Vorfahren glaubten vor der Christianisierung an Götter und Dämonen. Für die entsprechenden kultischen Handlungen sorgten bereits zu keltischer Zeit die Druiden. An besonderen, mit uralten Eichen oder Linden bestandenen Plateaus auf felsigen Abhängen, befanden sich heilige Kult- und Richtstätten. Ein Beispiel dafür ist der Platz, auf dem die Dillheimer Kirche steht.Die Römer hatten die zu ihrer Zeit in Rom beginnende Christianisierung nicht in unser Gebiet weitergetragen,wohl aber in die von ihnen gegründeten Städte, wie Mainz, Trier, Köln und Aachen. Bereits um 350 n.Chr. predigte der Trierer Priester Lubentius dem kelten- und römerfreundlichen Germanenstamm der Ubier an der unteren Lahn (und Westerwald) die christliche Lehre. Er stiftete in Dietkirchen bei Limburg ein Bethaus. Obwohl damals Handels- und damit Informationswege kreuz und quer durchs Land bestanden, breitete sich das Christentum noch nicht in unsere Gegend aus. Am westlichen Ende des vergangenen Römischen Reiches fiel die christliche Lehre in Irland und Schottland auf fruchtbaren Boden. Neben Iren, Schotten und Kelten hatten sich hier von den Römern vertriebene Israeliten angesiedelt. Hier kam es zu einer frühen Blüte des Christen-tums, in der zahlreiche Klöster entstanden. Von hier kommend, missionierte der schottische Mönch Winfried Bonifatius (675 - 754 n.Chr.) ab dem Jahre 738 n.Chr. in päpstlichem Auftrag, etwa das ehemalige Chattengebiet bis hinüber nach Fulda, wo er 744 n.Chr. das Kloster gründete . Hier befindet sich auch sein Grab. Er fällte (auch symbolisch) die germanische Wotanseiche und taufte unsere Vorfahren - z.B. auf dem Taufstein im Vogelsberg.
 
Alte Tugenden, die schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus (um 98 n.Chr.) an unseren Vorfahren zu loben wusste und die christliche Kultur, brachten das Reich der Franken unter Kaiser Karl dem Großen um das Jahr 800 zu höchster Blüte und Ausdehnung.

Die ältesten schriftlichen Erwähnungen unserer Heimatdörfer finden wir im Lorscher Codex, dem um 1200 n.Chr. von Mönchen angefertigten Verzeichnis der damals noch vorhandenen Urkunden. Diese Urkunden waren Zeugnisse der christlichen Kultur auch unserer Gegend. Meist handelte es sich um Schenkungen von Land, Gebäuden und Leibeigenen an die immer zahlreicher werdenden Klöster zur Erlangung des eigenen Seelenheils.

Die Siedlungen Holzhausen am Koppen und Dürrenberghausen (Dillberghausen), zwischen Kölschhausen und Katzenfurt gelegen, wurden bereits 1430 als Wüstungen genannt. Anlaß hierfür waren die vorausgegangenen Pestjahre.Aus den Gauen und Marken wurden im Frühmittelalter durch Machtverschiebungen im Reich Herzogtümer, Bistümer und Grafschaften. Unsere Solmser Grafschaft(en) war(en) in Gerichte unterteilt. So gehörte Kölschhausen zum Cent- und Landgericht Dillheim. Auch die kirchliche Gliederung veränderte sich. Die von Bonifatius erschlossenen Gebiete traten in kirchliche Verbindung mit dem Erzbistum Mainz (und Worms). Später kam der Bereich des Dekanats Wetzlar zum Erzstift Trier. Das Dekanat (Archipresbyterat) Wetzlar unterstand unmittelbar dem Archidiakonat Dietkirchen und damit der Erzdiözese Trier. Das Archipresbyterat Wetzlar gliederte sich in Mutterkirchen, Tochterpfarreien und Filialen. Die erstmals in einer Urkunde von 1253 erwähnte Kapelle in Colßhusen unterstand als Filiale der Pfarrei Dillheim.Wann diese Kapelle entstand, ist urkundlich nicht belegt. Jedoch sind Spenden von Christen aus Breitenbach urkundlich bekannt. Die erste Urkunde ist die des Theutbirg von 778. Die  zweite 781, die eines Mönchs Theoto in Breitenbach. Breitenbach hat jedoch nie eine Kirche gehabt. Eine Verbindung zwischen diesem Geistlichen und der Kapelle in Kölschhausen muß ohne Beleg jedoch Vermutung bleiben.

Die Pfarrei Dillheim, deren Anfänge christlichen Lebens (lt. Pfarrer. Läufer) bis vor das Jahr 772 zurückgehen, steht dem Kirchspiel vor. Hierzu gehören bis 1568 die Gemeinden: Odyngen (Edingen), Katzenfurdt (Katzenfurt), Elgershausen, Duphusen (Daubhausen), Dylheym (Dillheim), Erynghusen (Ehringshausen), Doudelinbach, Berghusen (Berghausen), Wertorff (Werdorf), Bechelyngen (Bechlingen), Breidenbach (Breitenbach), Colßhusen (Kölschhausen), Nidderlemph (Niederlemp) sowie vor 1430 die Wüstungen Holzhausen am Koppen und Dillberghausen. Greifenstein mit seiner eigenen Katharinenkapelle (erbaut 1448 bis 1476) bzw. späteren Schloßkirche (erbaut 1681 bis 1702) gehörte zur Pfarrei Ulm. Nach dem Sendregister des Wetzlarer Archipresbyterats von 1511 (1490) werden Greifenstein wie auch Elgershausen nicht veranlagt, stehen aber nicht mehr in Verbindung zu Ulm, sondern zur Pfarrei Dillheim. In diesem Sendregister werden in Colßhusen als einzige Handwerker bzw. Gewerbetreibende drei Opiliones (Schäfer) genannt.

Der erste erwähnte Pfarrer unseres Dillheimer Kirchspiels war bis 1253 Rudolf von Garbenheim (1242 - 1274). Er war Magister und gleichzeitig zu seinem Pfarramt Scholaster (Schulmeister) am Wetzlarer Marienstift. Als Untergebenen in der Pfarrei  hatte er den Pleban (Weltgeistlicher / Leutpriester / Hilfsprediger). Diesen Pleban Alexander schickte er zu kirchlichen Handlungen in die Filialgemeinden, so wird er 1253 urkundlich auch in Colßhusen erwähnt. Eine dieser Tätigkeiten sind Beerdigungen. Der Kirchhof befindet sich zu dieser Zeit bereits auf dem Halbhügel um die Kapelle. Die Einwohner der Filialgemeinden waren zum sonntäglichen Kirchgang nach Dillheim verpflichtet. Heute noch heißt es in Dillheim "´es Pilgerpedche", jener Weg auf dem sonntags die Gläubigen von der Lemp zur Kirche kamen.
 
Dem Pfarrer Rudolf von Garbenheim folgten: De

r Pleban Petrus (1253), Heinrich Graf zu Solms (1349 - 1352), Paulus (der Perner zu Dillheim, 1354), der Priester Heinrich (gen. Kabetzer, 1360 -1366), Peter Ortenberg  (vor 1404), Herr Werner von Steindorf (1450).

1453 fand an der Kölschhäuser Kapelle ein Umbau (oder Neubau) statt. Hierbei entstand vermutlich der erste Bauteil der heutigen Kirche. Ob der
Turm bereits Bestandteil der ersten Kapelle (1253) war oder 1453 entstand, ist nicht klar. Das Kirchenschiff reichte 1453 vom Turm bis zur heutigen Kanzel und ist ohne Empore um einige Meter niedriger. Der heute hintere Chorraum (im Turm) ist 1453 der Altarplatz. Der sehr massive Aufbau der Außenwände mit Schießscharten  machten die Kirche zur "Wehrkirche". Die Erweiterung trug der zunehmenden Einwohnerzahl Rechnung. Die Kölschhäuser Kirche war nun zum Zufluchtsort der Einwohner inleiblicher und seelischer Bedrängnis geworden.

Als nächster Pfarrer in Dillheim wird Herr Jakob von der Pfalz (1476)erwähnt. In seiner Amtszeit erhält die Kölschhäuser Kirche ihre erste erwähnte Glocke "Maria" (1478). Es folgte Pfarrer Konrad Lober (1485)

Im Jahre 1518 erhielt Kölschhausen die zweite Glocke "Anna". DiePfarrer des Dillheimer Kirchspiels zur Reformationszeit waren Otto Graf zu Solms (1520 -1530), der neben seinem Amt als Dillheimer Pfarrer gleichzeitig Canonicus in Mainz, Straßburg und Köln war. Ab 1524 hatte er einen Stellvertreter, den Braunfelser Johannes Zaunschliffer (1524 - 1530), der vor 1524 bei Dr. Martin Luther in Wittenberg studiert hatte.

Johannes Zaunschliffer war u.a. mit Martin Luther und Huldrich Zwingli Teilnehmer am Marburger Religionsgespräch. Danach folgten als Pfarrer Georg Schott aus Braunfels (1531 - 1550), Petrus N. + (vor 1558) und Philippus N. (1558)

Reformationszeit
Wie die Auflistung der bisherigen Pfarrherren zeigt, waren sie teilweise aus unseren Grafen-geschlechtern und in der reich begüterten Kirche oft mehr Verwalter als Seelsorger. Sie standen teilweise in weiteren Ämtern und Geschäften. Dieser Zustand herrschte im ganzen Land und machte die Kirche auch aus diesen Gründen reformbedürftig. Unsere Landesherren, die Grafen von Solms und Greifenstein, die u.a. an Dill und Lemp begütert waren, herrschten auch über Kölschhausen. Trotz mancher Streitigkeiten mit ihren Untertanen waren sie überwiegend als Landesväter im besten Sinne des Wortes geachtet. Hier soll nicht weiter auf die Landesherrschaft eingegangen werden, die in bekannten Abhandlungen beschrieben ist.

Zur Zeit der Reformation regierte in Braunfels Graf Bernhard der III. (1504 - 1547). Als treuer kaiserlicher Rat blieb er katholisch, duldete aber die evangelische Predigt und stand ihr wohlwollend gegenüber. Sein Sohn Graf Philipp, der als Erbgraf 1537 Mitglied des Schmalkaldischen Bundes geworden war, zeigte die gleiche wohlwollende Einstellung. Nach seiner kaiserlichen Ächtung wurde er auf dem Reichstag 1.9.1547 von der Acht losgesprochen. Das kaiserliche "Interim" 1548 (die Vorläufigkeitserklärung der Abweichungen) an die evangelische Seite zur Priesterehe und Abendmahlsfeier versuchte er, in seinem Land zu verschleppen. Er mußte sich schließlich dem Kaiser beugen und verlas das Interim. Der Erzbischof von Trier wollte diese Lage nutzen, sein verlorenes Gebiet wieder einzunehmen und kündigte am 13.12.1548 eine Generalvisitation auch in unserer Solmser Grafschaft an. Sie wurde am 2.2.1549 durchgeführt.

Die 9 Pfarrer der Grafschaft taten sich zusammen und schrieben einen Brief an Gerhard Lorich, den Erzpriester des Stuhles von Wetzlar, dass sie das Interim nicht annehmen und im Amte bleiben wollten. Als erster unterschrieb unser Dillheimer Pfarrer Georg Schott.

Ähnlich sah es am 4.2.1549 im benachbarten Nassau-Oranien aus, hier resignierten jedoch 7 von 18 Pfarrern und wurden abgesetzt. Im "Passauer Vertrag" von 1552 mußte der Kaiser jedoch das Interim aufheben und der evangelischen Seite die freie Religionsausübung zusagen. Diese Entwicklung wird nochmals im "Augsburgischen Religionsfrieden" von 1555 bestätigt.

Bereits 1554 bekannte sich unser Graf Philipp offen als überzeugter Anhänger Luthers. Im Dillheimer Kirchspiel wurde die Reformation in den folgenden Jahren von Pfarrer Schott vorangetrieben. 1558 wurde die erste evangelisch / lutherische Kirchenvisitation durchgeführt. Sie sollte den religiösen, kirchlichen und sittlichen Stand der Bevölkerung prüfen und bessern. Auf der anschließenden Synode wurde u.a. die Einführung von Kirchspielschulen beschlossen. Für Kölschhausen ergibt sich 1568 die nächste Veränderung: 5 Dörfer des Kirchspiels Dillheim werden abgetrennt. Das daraus neu entstandene Kirchspiel Kölschausen umfaßt die Dörfer Bechlingen, Niederlemp, Dreisbach, Kölschhausen und Breitenbach.
 
Am 8./9.7.1578 führt Graf Johann von Solms auf der Generalsynode die bereits im Nassauischen 1573 vorausgegangene Änderung zum reformierten Bekenntnis (Calvin) ein. Beschleunigt wurde dies durch 17 aus Heidelberg und Wittenberg vertriebene calvinistische Professoren, die von den Oranieren in ihr Land geholt wurden. Im nassauischen Auftrag und unter Leitung von Kaspar Olivian wurde am 1.7.1584 die Hohe Schule zu Herborn mit 13 Professoren eröffnet.

Am 6.12.1582 wurde eine neue Kirchenordnung mit 38 Punkten festgelegt. Sie basierte auf der nassauischen von H. Bruchhausen und L. Wagner. Die Pfarrer erhielten teilweise die Schulaufsicht in ihrem Kirchspiel.



Der erste bekannte Kölschhäuser Pfarrer war Dan. Deschius (1585), dann folgten in der schweren Zeit des 30-jährigen Krieges Joh. Geis (ab 1611), Matthias Fink (1633), Jod. Arcularius (1639) und J.Ph. Schweitzer (1643).Die zu dieser Zeit von der katholischen Seite versuchte Gegenreformation hatte keinen Erfolg. Nach dem Kriege folgten Ant. Wiesener (1659), Chr. Jung (1663) und Sebastian Moritz (1664) (1662 - 1698 - Lorscher Codex). Unter Pfarrer Moritz wurde 1697 der große Kirchenumbau auf die heutigen Ausmaße durchgeführt. Das ganze Kirchenschiff wurde angehoben und die Empore eingebaut. Der große Chorraum mit dem heutigen Altarplatz und der Orgelempore wurde angebaut. (s. Kapitel Orgel). Danach folgten die Pfarrer J.H. Caps (1698), J.E. Schaeffer (1717), J.Andr. Pfaff (1725), Moritz? (evtl. Sohn des o.g. Pfarrers Moritz,gest. 1741 - soll in der Kirche unter dem Altar begraben sein), J.Val. Bingel (1740), Jak.Konr. Kraft (1741), K.Lu. Herminghausen (1774), J. Winchenbach (1796) und Gg. Wi. Emmelius (1817).

Aufklärungszeit
Zwei Bewegungen im kirchlichen Bereich sind hier Anfang des 19. Jahrhunderts zu nennen:

- Auf Wunsch des König Friedrich Wilhelm III. (1817) wurde die Zusammenfügung der evangelischen Kirchen zur Union (unierte Kirche) durch Zustimmung der Synode Braunfels und der Einzelgemeinden 1819 beschlossen. Die Genehmigung dieses Schrittes erfolgte erst 1838.

- Auf die Fragen der Zeit, der beginnenden Industriealisierung mit ihrem Arbeiterelend  (Alkoholismus) und dem Einfluss der Aufklärung hatte die etablierte Kirche wenig  Antworten.

Die Notwendigkeit geistiger Erneuerung erfüllte der Pietismus. Er wollte keine weitere reformatorische Spaltung, sondern innere Erneuerung und Erweckung der Kirche. So entstanden in der Folge landeskirchliche Gemeinschaften. Diese Bewegung erreichte die abgelegene Lemp erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hier wurde durch Bibelstunden das geistliche Leben vertieft.

Durch den Wiener Kongreß und Folgeverträge kam das Solmser Land 1815 zu Preußen / Rheinland. Entsprechend der politischen Lage gehörte auch unser Kirchenkreis zur rheinischen Kirche. Nach Pfarrer Emmelius folgten: Just.Chph. Denhard (1827), Ph.Fri. Reinhard K.Th. (1831), K.Fd.F.W.L. Castendyck (1842), K.W. Poensgen (1858), Noelle (1870), K. Emil Rehorn (1881) und Adolf Bausch (1914). Ab 1922 gehörte das Kirchspiel Kölschhausen nach Neuordnung zur Synode  Braunfels.
Der nächste Pfarrer war Lic. Friedrich Winter (Bild links).1934 wurde unter Pfarrer Winter eine größerer Renovierung und Restaurierung der Kirche durchgeführt. Zur Bekennenden Kirche gehörend war Pfarrer Winter einer von zwei deutschen Pfarrern, die inhaftiert wurden, nachdem sie die "Reichskristallnacht" in ihren Predigten verurteilten. 88% der Kölschhäuser Bevölkerung gaben ihre Unterschrift für sein Freilassungsersuchen. Nach einigen Wochen Haft, Predigtverbot und Gehaltskürzung mußte er das Gebiet verlassen und ging nach Bonn. Dem mutigen Mann, der hier ein Zeichen setzte, antwortete die Gemeinde erst spät (nach dem Krieg), indem sie eineStraße nach ihm benannte.

Nach Pfr. Winter folgten:  Pfr. Schulz (1939),  Pfr. Aßmann (1947), Pfr. Kampen (1950), Pfr. Kupfernagel (1954-1966), Pfr. Dr. Jörns (1968), Pfr. Höfelmayr (1970), Pfr. Schauen (1975), Pastor Hermann Köller (1980), Pfr. Roland Rust (ab 1986) und Tanja Kamp-Erhardt (ab 2004) .

Eine weitere  Renovierung der Kirche wurde 1956/57 durchgeführt. Im Jahre 1967 erhielt die Kirche ihre dritte Glocke "Land, Land, ...höre...".

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