Liebe Konfirmanden,

bald ist es soweit: am 20. Mai werdet ihr konfirmiert. Da sagt ihr im Gottesdienst JA zu Gott, sollt euren Glauben bestätigen und bekräftigen. Ja, natürlich habt ihr so einiges in dieser Zeit erfahren und gelernt. Aber Glaube, kann man den lernen, kann man den abfragen? Was ist, wenn der in dieser Zeit nicht gewachsen oder gar nicht erst entstanden ist? Was ist, wenn mich Zweifel plagen und ich mir so manches gar nicht vorstellen kann von dem, was ich im Konfirmandenunterricht gelernt habe? Kann ich schon alles verstehen und bejahen, woran ich nach dem Glaubensbekenntnis glauben soll? Liebe Konfirmanden, die Konfirmation ist zwar der Abschluss eurer Konfirmandenzeit, aber hoffentlich nicht der Abschluss eures Glaubens. Ihr habt ja gerade erst angefangen, euch Gedanken um den Glauben und um Gott zu machen. Und ich hoffe, dass ihr mit der Konfirmation nicht damit aufhört, auch wenn wir uns nicht mehr regelmäßig sehen. Nach dem feierlichen Gottesdienst, nach dem Familienfest und den vielen Geschenken fängt der

                           

Ihre und Eure Pastorin,
Dagmar Krauth-Zirk

Konfirmation im Herzen

Alltag eures Glaubens an. Im Alltag gibt es viele gute kleine Rituale, die man automatisch macht, ohne darüber nachzudenken. Wir stehen auf, waschen uns, putzen die Zähne, frühstücken und gehen dann in die Schule oder zur Arbeit. Wenn zu meinem Morgen- oder Abendritual das Gebet gehört und zu meinem Sonntag der Gottesdienst, dann habe ich auch gute Rituale des Glaubens in meinem Leben. (Das können natürlich auch andere sein wie Jugendkreis, Bibel- oder Gesprächskreis, in der Bibel lesen o.ä.). Es gibt jedoch nicht nur gute Rituale im Leben, sondern auch schlechte Angewohnheiten. Ich kenne viele (nicht nur Jugendliche), die morgens in aller Eile ohne Frühstück zu ihrem Bus hetzen, die sich keine Zeit nehmen, um über sich, andere oder gar Gott nachzudenken, sondern sich den ganzen Tag mit irgendwelchen Dingen anfüllen: Arbeit oder Schule, Hausaufgaben, Computer, Handy, Play-Station, mit Freunden shoppen oder anstrengende zeitfressende Hobbies – Hauptsache, man kommt nur nicht dazu darüber nachzudenken, wer man ist, wozu man auf der Welt ist und was man eigentlich in seinem Leben tun sollte. Liebe Gemeinde, nicht nur Jugendliche machen sich oft ungern Gedanken über sich, die anderen und Gott. Auch Erwachsene vermeiden das gerne, denn dann müssten wir uns ja eingestehen, dass auch wir mit unserem Glauben zwar mal irgendwann angefangen haben, aber dann irgendwann aufgehört haben. Nicht unbedingt aufgehört zu glauben, ja, da ist immer noch was, aber unser Glaube ist nicht weitergewachsen, sondern einfach dahingekümmert. Aber glauben Sie mir, liebe Erwachsenen und ihr Konfirmanden, Gott kann immer noch Wunder wirken in unseren Herzen. Er kann unseren Glauben weiter wachsen lassen, wenn wir wieder anfangen mit ihm zu reden. Und dann kann auch unser Glaube konfirmiert, also bekräftigt werden. Eine mutmachende Konfirmation der Herzen und eine segensreiche Konfirmation am 20. Mai wünsche ich uns allen!

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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