Liebe Gemeinde, 
am 28.5.2017 ist es wieder soweit: Unsere Konfirmanden werden konfirmiert. Sie kennen sicher alle folgenden Witz: Treffen sich zwei Pfarrer. Sagt der eine: Du, ich hab so Probleme mit Mäusen in meiner Kirche. Weißt du was dagegen? Sagt der andere: Ja, da weiß ich eine gute Lösung. Ich hatte letztens Probleme mit Fledermäusen in unserer Kirche. Da hab ich sie einfach konfirmiert und schwupps waren sie nie wieder zu sehen. Einer unserer Presbyter erzählt diesen Witz häufiger. Aber stimmt das wirklich? Konfirmiert und nie wieder gesehen? Außer bei der eigenen Trauung, der Taufe des ersten Kindes, der Beerdigung der Oma… Ich denke, so einfach ist das nicht. So einige Konfirmandenjahrgänge sind ja nun schon an mir vorübergezogen und ich sehe etliche

 

Dagmar Krauth-Zirk

Macht Konfirmation noch Sinn?

 von ihnen durchaus öfter, nämlich hauptsächlich beim CVJM. In den Sonntagsgottesdiensten sind sie in der Tat kaum anzutreffen, denn sie leben ihren Glauben anders. Aber wer von uns ist denn schon jeden Sonntag im Gottesdienst anzutreffen? Das sind doch die Ausnahmen, das „Urgestein“ unserer Gemeinde. Manche fragen sich in der Tat, ob unsere heutige Konfirmation noch Sinn macht, wenn sich viele der Konfirmanden „nur“ wegen des Geldes, der Tradition und der Feier konfirmieren lassen. Denn schließlich soll ja die Konfirmation das Ja zur Taufe und eine Bekräftigung des Glaubens sein. Aber was wäre die Alternative? Eine Glaubensprüfung? Dann würden wir die Jugendlichen zum Lügen zwingen, wenn wir sagen: wenn du nicht an Gott glaubst, wirst du nicht konfirmiert. Und in der Tat haben mir Jugendliche, die ich konfirmiert habe, ein Jahr später gesagt: Ich habe nur gesagt, dass ich an Gott glaube, damit du zufrieden bist und ich keine Probleme bei der Konfirmation kriege. Das finde ich sehr schade. Dann lieber Ehrlichkeit. Denn auch wenn jemand sagt: ich kann mit Gott nichts anfangen, so kann sich das ja durchaus im Laufe des Konfirmandenunterrichts ändern. Oder kurz nach der Konfirmation. Oder viele Jahre später. Und dann wird mir die Konfirmation wieder wichtig werden und auch der Konfirmandenunterricht. Für mich ist der Unterricht sowieso tausendmal wichtiger als die Konfirmation selbst. Denn hier werden Grundlagen gelegt und Erfahrungen gesammelt, an die man später anknüpfen kann, wenn man zum Glauben gekommen ist. Wenn ein Konfirmand sagt: Ich glaube nicht an Gott, kann das nämlich genauso gelogen sein wie das: Natürlich glaube ich an Gott. Vielleicht gar nicht mal bewusst gelogen… Wir können einem Menschen den Glauben nicht ansehen. Das kann nur Gott. Wir sollten uns überhaupt mit Urteilen über andere zurückhalten und niemanden in Schubladen stecken. Denn: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist: der Herr aber sieht das Herz an. Und er sieht unser Herz gnädig an. Denn wie der verlorene Sohn zu seinem Vater zurückgekehrt ist, so können auch wir immer wieder zu ihm kommen. Als Konfirmanden, als Erwachsene und auch als alte Menschen. Ich wünsche Ihnen jedenfalls immer wieder neue Begegnungen mit Gott! 

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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