Wir leben in unsicheren Zeiten. Terroranschläge gab es schon in vielen europäischen Städten, es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es auch uns in Deutschland trifft. Vielleicht in Hamburg, in Berlin oder auch bei uns um die Ecke in Frankfurt. Gleichzeitig die Bedrohung von rechts: Menschen müssen um ihr Leben oder ihre Gesundheit bangen, wenn sie sich für Flüchtlinge einsetzen, für Menschen, die fast alles in ihrem Leben verloren haben, außer ihr Leben selbst. Von Umweltzerstörung und Armut merken wir in Deutschland noch nicht so viel, doch auch diese Themen rücken uns ständig näher. Der Generationenvertrag droht auseinanderzubrechen. Künftige Rentner werden viel ärmer sein als die heutigen. Dass wir mit unserem Einkaufs- und Konsumverhalten hier und anderswo unsere Lebensgrundlagen, nämlich die Natur, Gottes gute Schöpfung, zerstören, können wir noch gut verdrängen. Noch. Wir leben in unsicheren Zeiten. Manchmal scheint es uns, als würde uns selbst das Vertrauen in die Menschen unter den Füßen weggezogen. Wenn der Pilot, der

unsichere Zeiten

 mit allen Mitteln das Flugzeug und seine Passagiere heil an seinen Zielort bringen soll, nun auf einmal zum Störfaktor, ja, zum Mörder wird, wem kann man dann noch vertrauen? Könnte dann nicht der Lokführer, der Schiffskapitän oder gar der Autofahrer neben mir im Straßenverkehr dasselbe tun und auch Amok laufen (bzw. fahren)? Und was ist mit meinen Nachbarn, mit denen ich mich nicht verstehe? Könnten die nicht auch einmal ausrasten? Wer gibt uns Sicherheit? Wer gibt uns Halt? Wenn wir ohne Vertrauen leben würden oder leben müssten, dann wären wir die ärmsten Menschen dieser Welt. Dann dürften wir uns nicht mehr aus unserer Wohnung wagen, aus Angst, dass uns jemand etwas antut. Dann müssten wir aber auch dort Angst haben, denn Unfälle und Krankheiten können uns auch treffen, wenn wir uns von anderen oder der Welt abschotten. Dann wären wir einsam und allein, voller Angst und ohne Hoffnung. Das wäre doch kein Leben mehr! Aber zum Glück oder Gott sei Dank, dauern diese Verunsicherungen in unserem Leben meist nicht lang, jedenfalls nicht im Normalfall. Wir werden weiter im Flugzeug sitzen, mit dem Auto fahren, Städtereisen machen und unsere Nachbarn freundlich grüßen (auch wenn wir uns nicht mögen). Wir werden weiter darauf vertrauen, dass unsere Mitmenschen vernünftig handeln und uns kein Attentäter oder Schwerverbrecher begegnen wird. Wir werden uns aber leider auch weiterhin nicht darum bekümmern, wo unser Essen oder unsere Kleidung herkommt oder ob unsere nachkommenden Generationen noch genug Lebenschancen haben. Woran liegt das? Wir leben in unsicheren Zeiten. Und dennoch hat Gott uns Liebe und Urvertrauen in unser Herz gegeben, geschenkt von unseren Eltern, Großeltern, Geschwistern oder Freunden. Im Hebräerbrief heißt es: Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Das Vertrauen selbst ist die Belohnung in sich, denn es ermöglicht uns zu lieben, ohne Angst zu leben, ja, sogar zu glauben. Denn Glaube und Vertrauen sind in der Bibel dasselbe. Weil ich nicht an irgendetwas glaube, auch nicht an die Bibel, sondern an jemanden. Und auch nicht an irgendjemanden, sondern an Gott, die Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit in Person. Und weil Gott treu, vertrauenswürdig und verlässlich ist, brauchen wir auch keine Angst zu haben und uns keine Sorgen zu machen. Auch in unseren unsicheren Zeiten nicht. Denn Unsicherheit, Ängste und Bedrohungen gab es zu allen Zeiten. Werfet alle Sorge auf ihn, denn er sorgt für euch, so heißt es im 1. Petrusbrief. Das lasst uns tun, denn das bedeutet Vertrauen, bedeutet an Gott zu glauben. Aber das heißt andererseits nicht, die Augen vor den Problemen dieser Welt zu verschließen und zu tun, als gäbe es sie nicht. Wir haben eine Verantwortung: für unsere Umwelt, für unsere Mitmenschen. Dafür mit beizutragen, dass Gerechtigkeit geschieht und Barmherzigkeit geübt wird. Dazu gebe uns Gott seine Kraft, sowie sehende Augen, hörende Ohren, tätige Hände und ein offenes Herz!

                    ihre Pastorin        
Dagmar Krauth-Zirkt

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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