Liebe Gemeinde!
Auch wir merken inzwischen in unseren Breitengraden, wie wichtig es ist, genug Wasser zu haben. Wenn nichts vom Himmel fällt, woher soll man’s nehmen? Unsere Bäche und Flüsse sind zwar noch voll - verdursten muss bei uns weder Mensch noch Tier. Den Pflanzen geht es jedoch nicht so gut. Wir sehen es in unseren Gärten und auf den Feldern: Wasser ist lebensnotwendig!
Mindestens zwei Liter Wasser soll man als Erwachsener jeden Tag trinken, sagen die Ärzte, bei großer Hitze sogar drei oder vier. Wenn ich schon Durst habe, ist das ein Alarmsignal, dass der Körper zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung hat. Gerade im Sommer ist das Trinken besonders wichtig.  Im heißen Orient gab und gibt es bis heute Wasserverkäufer. Sie sind unterwegs in den Straßen und auf den Märkten der Städte. Sie tragen eine Art Fass auf ihrem Rücken herum. Sie sind nicht zu übersehen und zu überhören, denn sie preisen laut und deutlich ihre Ware an:.

                           
Kommen Sie behütet durch den Sommer!
Ihre Pastorin,
Dagmar Krauth-Zirk

Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!

Sauberes, kühles, klares Wasser. Wir dagegen brauchen nur den Hahn aufzudrehen. Noch? Im Süden unserer Erde ist das anders. Im Orient ist Trinkwasser bis heute eine Kostbarkeit und der Zugang zu frischem Wasser für Mensch und Vieh nicht selten auch Quelle des Streits. Denn Wasser heißt Überleben. Es ist eine Wohltat, in der Hitze des Tages einen Schluck kühlen und sauberen Wassers angeboten zu bekommen. „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Im 7. Kapitel des Johannesevangeliums redet Jesus wie ein orientalischer Wasserverkäufer. Er tut das mit Selbstbewusstsein, denn er ist davon überzeugt, dass er allerbeste Qualität anzubieten hat. Es sind ja viele Wasserverkäufer unterwegs. Und alle preisen sie ihr Wasser mit ähnlichen Worten an. Da muss der Käufer schon wissen, wem er vertrauen kann, wer gutes Wasser anbietet und wer schales, vielleicht sogar verseuchtes. Denn im Gegensatz zu anderen Waren ist nicht immer sofort und auf den ersten Blick erkennbar, was da eingeschenkt wird. „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Jesus bietet sich selbst an. Er sagt: „Ich bin das Wasser des Lebens für euch. Euren Durst nach Leben, Liebe, Geborgenheit kann nur ich wirklich stillen. Kommt und trinkt!“ Auch heute sind viele unterwegs, die Heil, Sinn, Glück anbieten. „Kaufe dieses, kaufe jenes, dann bist du wer! Tue diese, tue jenes und du wirst glücklich, schön, erfolgreich sein“. Es gibt jedoch immer mehr Menschen, die sehr genau spüren: Leben muss doch noch mehr sein als Arbeiten, Essen, Trinken und ab und zu mal in Urlaub fahren. Aber viele haben dabei den Sinn für Qualität verloren. Sie probieren dieses aus und jenes. Das Gefühl, was ihnen wirklich gut. Rohr im Wind. Ich erlebe, dass Menschen vor lauter (Lebens)Durst fast zwanghaft immer wieder aus denselben vergifteten Quellen trinken, davon nicht loskommen und sich und andere damit zugrunde richten. Aus welchen Quellen lebe ich? Wir sollten Klarheit darüber bekommen, aus welchen Quellen wir trinken, welches Wasser uns gut tut und welches uns sogar schadet. Jesus sagt: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Und er fügt eine wunderbare Verheißung an: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Ich höre das so: Wer wirklich an Christus glaubt und mit ihm lebt, der wird ohne Zwang und Krampf etwas ausstrahlen, was den Menschen, mit denen er lebt und arbeitet, gut tut. Wer sich nicht abhalten lässt, immer wieder zur Quelle des Lebens zu gehen und zu trinken, der wird selber zu einer Quelle des Lebens für andere werden. Er wird zu einem Menschen werden, der für andere wie ein Schluck kühlen Wassers ist in der Hitze des Tages. Es reicht auf Dauer nicht aus, nur aus den eigenen Quellen zu schöpfen. Die sind schnell erschöpft. „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Trinken wir von ihm! Bleiben wir dran an Christus, im Hören auf sein Wort, im Beten, im Singen! Bleiben wir dran, jeder für sich und gemeinsam als Gemeinde! „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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