jeder und jede von uns hat Eltern (gehabt). Egal, ob sie noch leben oder nicht, sie haben uns nicht nur zur Welt gebracht, sie haben uns auch geprägt – im Positiven wie im Negativen. Wir haben auch allerhand von ihnen geerbt in Aussehen und Charakter, sogar, was unsere Gesundheit betrifft – egal ob uns das nun passt oder nicht. Wir brauchen unsere Eltern. Wir brauchen Vater und Mutter, auch wenn in unseren Familien der eine oder andere mal fehlen kann. Früher war es der Krieg, der Familien auseinandergerissen hat, heute sind es vor allem Scheidungen. Aber auch Unfälle oder Krankheiten können Familien zerstören. Kinder, die in solchen Familien aufwachsen, fehlt es oft an Selbstvertrauen oder überhaupt an Vertrauen in andere und die Zukunft. Wir brauchen Vater und Mutter. Die meisten von uns sind nun selber Vater oder Mutter oder auch schon Großvater und Großmutter. Wir kennen die Last der Verantwortung und die Sorge, die man für seine Kinder trägt. Wir wissen auch, dass wir als Eltern nicht perfekt sind, dass wir

Wie einen die Mutter tröstet...

Fehler machen, unseren Kindern Unrecht tun, auch wenn wir uns noch so sehr bemühen. Einige von uns haben auch die Erfahrung gemacht, dass unsere eigenen Väter oder Mütter sehr schlecht an uns gehandelt haben. Wir haben gelitten unter ihnen. Aber wir wollen es besser machen als sie. Aber nicht immer gelingt uns das. Wir brauchen Vater und Mutter. Aber unsere Väter und Mütter und auch wir als Eltern sind fehlerhaft und unvollkommen, selbst wenn es nach menschlichen Maßstäben gute Eltern waren. Nobody is perfect. Niemand ist perfekt. Niemand? Doch einer war es: Jesus Christus und natürlich sein Vater, unser Gott. Wir wissen es ja: Gott ist vollkommen und er will auch unser Vater sein. Wir reden ihn ja auch so an: Vater unser im Himmel… Wie ein guter Vater sein soll, das wissen wir: er ist für seine Kinder da und er beschützt sie. Er zeigt ihnen auch, was richtig und was falsch ist und bringt sie auf den richtigen Lebensweg. Das tut Gott für uns. Aber wir hören nicht immer auf ihn und gehen falsche Wege. Und selbst dann, wenn wir gescheitert sind, wenn wir sogar richtig Mist gebaut haben, dürfen wir zu ihm zurückkehren, liebt er uns immer noch. Das erfahren wir besonders aus der Geschichte vom verlorenen Sohn. In der Allianzgebetswoche im Januar haben wir darüber viel gehört. Aber noch etwas haben wir im Januar gehört und das soll uns das ganze Jahr über begleiten: Gott ist nicht nur unser Vater, er will auch unsere Mutter sein. Das klingt uns erst einmal unvertraut, denn die Vergleiche in der Bibel mit dem Vater sind sehr viel häufiger und geläufiger. Denn Frauen waren zu Jesu Zeiten machtlos und oft auch rechtlos. Mit ihnen konnten man Gott nicht vergleichen. Aber natürlich ist Gott weder Mann noch Frau, weder Vater noch Mutter im menschlichen Sinn. Er ist kein Mensch, er hat kein Geschlecht. Doch wir Menschen können eben nur in menschlichen Kategorien denken. Wir brauchen Bilder und Vergleiche, um etwas verstehen zu können. Besonders um ein Wesen verstehen zu können, das wir weder sehen noch anfassen können. Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Das ist die Losung für das Jahr 2016. Gott ist für uns wie ein Vater, er ist für aber auch wie eine Mutter. Was macht eine gute Mutter? Sie sorgt für ihre Kinder. Sie beschützt sie, genau wie es ein Vater auch tut. Sie gibt ihnen Zärtlichkeit und Geborgenheit. Auch sie vermittelt ihren Kindern Werte. Vielleicht ist sie nicht so streng wie der Vater. Und sie kann manchmal besser trösten als ein Vater, denn sie ist ihren Kindern oft näher. Schließlich war sie es, die ihre Kinder geboren hat, die sie gestillt und versorgt hat. Natürlich setzen diese Aufteilungen von Vater und Mutter in der Bibel das alte traditionelle Rollenbild voraus. Heute zeigen auch Mütter, wo´s lang geht und Väter können genauso gut trösten. Aber wir wissen, as gemeint ist: Gott ist nicht nur der gestrenge Weltenrichter, der Herr der Heerscharen, der über dem Weltkreis thront. Gott ist auch der Liebende, der seine Arme offen hält, damit wir bei ihm Zuflucht haben. Zuflucht vor den Gefahren des Lebens. Zuflucht, wenn es uns schlecht geht. Zuflucht aber auch, wenn wir schlecht gehandelt haben und wir wieder zu ihm zurückkehren wollen. Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Dass Gott uns wie ein Vater und wie eine Mutter sein will, das begleite uns dieses Jahr und auch darüber hinaus
 

                    ihre Pastorin        
Dagmar Krauth-Zirkt

Evangelische Kirchengemeinde Kölschhausen  -  Email: info@kirchengemeinde-koelschhausen.de

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